Modul 5: Kreativität und innovative Ansätze in der Praxis sozialer Unternehmen. Wie man ein soziales Unternehmen führt.

Lernziele

Hauptziel dieses Moduls ist es, den Führungskräften sozialer Unternehmen dabei zu helfen, Kreativität und Innovation in ihrem Unternehmen, das in einem komplexen, sich ständig wandelnden Umfeld tätig ist, zu fördern und dadurch zur Effektivität des Unternehmens beizutragen.

Geschätzter Zeitaufwand

Es wird in etwa 90 Minuten dauern, dieses Modul durchzuarbeiten. Die Anwendung der Instrumente und die Durchführung der Übungen wird zusätzlich Zeit in Anspruch nehmen.

Einleitung

Innovation liegt vielen Trends zugrunde, die man heute beobachten kann – in der Wirtschaft, im Geschäftsleben, in der Technologie, in den Sozialwissenschaften, in der Technik, etc. Oftmals sprechen wir von Innovation, meinen damit aber unterschiedliche Dinge; meistens wird der Begriff Innovation mit Erfindungen gleichgesetzt. Aber ist das stimmig?

In der Literatur können wir viele Definitionen des Begriffs „Innovation” finden:
„die Realisierung einer neuen Idee, die zu einer Effizienzsteigerung führt”, Innovation Network USA.
„Aufeinandertreffen von Erfindung und Umsetzung, die in einem sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert resultieren”, National Innovation Institute, USA.
„die Umsetzung neuer Ideen in einem neuartigen Produkt oder Prozess”, Department of Trade and Industry,  UK.


Es ist offensichtlich, dass der Begriff „Innovation“ viele Facetten hat und nicht einfach mit Erfindung gleichgesetzt werden kann.

 „Innovation“ führt zu vermehrter Geschäftstätigkeit, erhöhter Marktpräsenz und raschem Wachstum. Man trifft sie dort an, wo neue Ideen generiert werden und wo es Menschen gibt, die willens sind, sie umzusetzen.

„Unsere Definition für Innovation in sozialen Unternehmen lautet folgendermaßen: „Innovation ist die Realisierung NEUER IDEEN, ist GEWINNBRINGEND und erzeugt einen NEUEN (SOZIAL BEDEUTENDEN) WERT durch POSITIVE VERÄNDERUNGEN in der Organisation, der Gesellschaft oder auf dem Markt.”1.

Die heutige Marktentwicklung und die sozio-ökonomische Dynamik begünstigen die Entstehung gemischter Unternehmen, die in Marktnischen agieren, in denen der Staat seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Der Hauptunterschied zwischen sozialen und herkömmlichen Unternehmen besteht darin, dass erstere die erzielten Gewinne nicht ausbezahlen, dass sie kollektiv verwaltet werden und dass sie Lösungen für soziale Probleme anbieten.

Erfolgsfaktoren sozialer Unternehmen:

1. Kulturelle Stimmigkeit:

  • Nicht jedes sozial wichtige Thema kann in Form eines sozialen Unternehmens abgehandelt werden.
  • Einhaltung gesetzlicher Regelungen und Anpassung an die unternehmerische Praxis auf dem jeweiligen Gebiet.

2. Hohes Engagement aller Beteiligten:

  • Geld sollte nicht der Hauptanreiz für die Geschäftstätigkeit eines sozialen Unternehmens sein.
  • Vor der Gründung eines sozialen Unternehmens sollten genaue Prioritäten festgelegt werden.
  • Man sollte sich dessen von Anfang an bewusst sein, dass der Betrieb eines sozialen Unternehmens viel Zeit und Mühe in Anspruch nehmen wird.

3. Ausreichende Kapazitäten:

  • Vorhandensein von Führungskräften mit entsprechenden Qualifikationen (speziell in Hinblick auf Führerschaft/unternehmerische Fähigkeiten).
  • Verfügbarkeit ausreichender finanzieller Mittel (Aktiva/Ressourcen) oder Zugang zu entsprechenden Förderprogrammen.2

Ein soziales Unternehmen kann als „sozial motivierter Betrieb“ angesehen werden, in dem soziale und wirtschaftliche Ziele von gleicher Bedeutung sind; diese Kombination ist weithin als „duale Identität“ bekannt. Ein soziales Unternehmen führt die Geschäfte anders als ein herkömmliches Unternehmen. So wird in sozialen Unternehmen der Gewinn dafür verwendet, soziale, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Erträge zu maximieren.

Wenn Sie sich dafür entschieden haben, ein soziales Unternehmen zu gründen, achten Sie auf die ausgewogene Kombination zwischen sozialen und wirtschaftlichen Zielsetzungen. Ob Ihr soziales Unternehmen erfolgreich sein wird, hängt v.a. davon ab, wie Sie Ihre wirtschaftliche Tätigkeit gestalten und wie sich diese mit Ihren sozialen Zielen vereinbaren lässt.

Ein soziales Unternehmen zu gründen stellt eine zusätzliche Option für Non-Profit-Organisationen dar, da sie auf diese Weise wirtschaftliche mit sozialen Zielsetzungen kombinieren können.Die Menschen und ihre Bedürfnisse stehen in einem sozialen Unternehmen an erster Stelle; die wirtschaftliche Tätigkeit ist dafür nur Mittel zum Zweck. Ein soziales Unternehmen sollte eine klar definierte Mission aufweisen: Wonach streben Sie und was möchten Sie erreichen?

1 “The Innovative Approach in Bulgaria and the EU Funds”, nginno.com
2 Counterpart International – Bulgaria, Training for Social Enterprise Educators, Introduction to Social Enterprise, Why Star SE; Models and Structures (2006)